Erstes implantierbares ventrikuläres Unterstützungssystem für den Langzeiteinsatz in Entwicklung
Jeder vierte Patient, der aufgrund einer irreversiblen Herzerkrankung im Endstadium für eine Herztransplantation angemeldet wurde, stirbt trotz Einsatz extrakorporaler Blutpumpen noch während der Wartezeit auf ein Spenderorgan. Diese Situation könnte das sich beim German Aerospace Center (DLR) in Entwicklung befindliche Ventricular Assist Device (VAD) zukünftig verbessern: Das vollimplantierbare Herzunterstützungssystem besitzt Potential, um sich zu einer effektiven Methode zur Überbrückung der Wartezeit zu etablieren.

Schmid und Vodermayer bei der Präsentation des DLR-VAD.
Für das Projekt DLR-VAD transferierten Thomas Schmid und Bernhard Vodermayer vom Institute of Robotics and Mechatronics des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt die Technik innovativer Robotersysteme in die Medizintechnik. „Mit dem DLR-VAD wollen wir aktuelle Blutpumpen, bei deren Einsatz es häufig zu Thrombenbildung oder katheterassoziierten Bakteriämien kommt, deutlich übertreffen. Die verwendeten Komponenten erfüllen höchste Qualitätsansprüche und arbeiten auch unter Dauerbelastung zuverlässig. Unser VAD hat eine Einsatzzeit von bis zu 5 Jahren und kann damit deutlich länger als andere Verfahren verwendet werden, um Menschen mit schwerster Herzinsuffizienz ideal zu unterstützen. Bislang stehen hier nur unzureichende Therapiemöglichkeiten zu Verfügung“, erklärt Dr.-Ing. Thomas Schmid auf der Fachtagung „Biomaterialien – Prothetik und intelligente Implantate“ des Forum MedTech Pharma e.V. in Würzburg, Germany.

Thomas Schmid
Da das Herzunterstützungssystem sehr kompakt gebaut ist und nur 300g wiegt, lässt es sich komplett implantieren. Die Patienten können wieder nach Hause entlassen werden und am täglichen Leben teilnehmen. „Die implantierten Akkus gewährleisten einen netzunabhängigen Betrieb von bis zu sechs Stunden, dann muss das VAD wieder aufgeladen werden“, schildert Bernhard Vodermayer. Hierfür entwickelten die Forscher des German Aerospace Center das neuartige drahtlose Energiesystem DLR-TET. „Die Energie wird induktiv über ein Spulenimplantat, eine flexible Kupferspule, übertragen. Die CoilPos Positionierungsunterstützung hilft den Patienten dabei, das System einfach über die Haut aufzuladen. Über eine Bluetooth-Verbindung können behandelnde Ärzte Daten abrufen und die Behandlung optimieren“, ergänzt Vodermayer.

Bernhard Vodermayer
This article was published on 11/26/2007


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